Cox oder Der Lauf Der Zeit – Ransmayr

 

Der Kern des Romans dreht sich um einen englischen Uhrmacher, der sich mit seinen Begleitern auf den Weg nach China macht. Am Hofe des Kaisers sollen sie spezielle Uhren anfertigen. Das Meisterstück stellt ein Zeitmesser dar, welcher die Ewigkeit messen soll.
Eigentlich wollte ich das Buch gar nicht kaufen. Aber als ich erfahren habe, dass Denis Scheck (Druckfrisch) große Stücke auf das Buch hält, begann ich zu lesen.
Die Handlung ist abwechslungsreich und hält einige überraschende Elemente bereit. Das Gefühl kommt nicht zu kurz. Zudem hat es ein cleveres Ende. Das Buch ist in einem sprachlichen Stil geschrieben, welchen man heute nicht mehr allzu oft antrifft. Dies hat zufolge, dass es viele lange und verschachtelte Sätze beinhaltet. Da es aber durchaus das Zeug zum Klassiker hat, möge dieser Umstand verziehen sein.
Im folgenden führe ich meine Lieblingsstellen an (Quelle: Cox oder Der Lauf der Zeit, Christoph Ransmayr, 3. Auflage, Dezember 2016, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main):
  • So wie jetzt war Jacob in den vergangen sieben Monaten an Bord oft neben ihm gestanden, als fürchte er, Alister Cox, den traurigsten Mann der Welt, davon abhalten zu müssen, seinen Frieden in den schwarzen Tiefen des Ozeans zu suchen (S.22).
  • Und sie hatte nicht gewollt, niemals, daß er sich stöhnend auf ihr wand, bis sie, überwältigt von Wut, Schmerz und Ekel, spürte, wie sein Samen sie tief in ihrem Inneren berührte, an ihr Innerstes schlug!, und dann wie ein gestaltloses, wässriges Ungeziefer daraus hervorkroch und ihre Schenkel und das Betttuch besudelte (S. 43).
  • Denn nur wer den Luxus der Langsamkeit genießen konnte, durfte sich in dem Traum wiegen, das kostbarste aller menschenmöglichen Güter zu besitzen: Zeit (S. 270)
Klare Empfehlung!