1933 war ein schlimmes Jahr – Fante

Ein herausragendes Buch eines weitgehend unbekannten amerikanischen Schriftstellers. Es erzählt die Geschichte eines Jugendlichen dessen größter Wunsch es ist Baseballspieler zu werden. Das besondere ist, dass er diesen Traum mitten in der Wirtschaftskrise im Jahr 1933 hat und sein Vater, ein italienischer Emigrant und Maurer, wenig begeistert von dieser Idee ist. Die Geschichte spielt in einer Kleinstadt in der Nähe der Rocky Mountains, welche der Handlung einen besonderen Flair verleiht.
Der Schreibstil ist einfach und direkt. Wahrheiten werden ausgesprochen. Zwar ist dieser Roman nur 134 Seiten lang, aber hier gilt eindeutig „Qualität vor Quantität“. Mir hat dieses Buch eine große Freude bereitet und ich werde auf jeden Fall mehr von John Fante lesen.
Im folgenden führe ich meine Lieblingsstellen an (Quelle: 1933 war ein schlimmes Jahr, John Fante, 1. Auflage 2016, Aufbau Verlag, Berlin)
  • Auf der schneebedeckten Straße waren aus der Ferne laut und deutlich Schritte zu hören, die durch die gefrorene Stille rasch näher kamen. Das musste mein Vater sein. Er ging immer entschlossen und zielbewusst ins Nirgendwo (S.26).
  • Ich sah nach oben. Was ich sah, hatte ich in dieser Art noch nie gesehen. Ihr Hintern glich zwei runden, goldenen Brotlaiben, dazwischen befand sich eine atemberaubende Spalte mit einem Haarbüschel wie Messingspäne (S.50).
  • „Was war das?“, fragte er. „Was hat sie gerade gesagt?“. „Dass du der Sohn einer Hure bist, die von hier bis nach Palermo gefickt wurde.“ „Großartig!“, rief er, „herrlich!“ Er sprang von seinem Stuhl auf, umarmte Grandma Bettina und versuchte sie zu küssen…(S.54).